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Fake News: Digitaler Wahlkampf und desinformierte Öffentlichkeit

Fake News, Social Bots und Echokammern: Soziale Medien und digitale Technologien schaffen ein neues Informations- und Mediensystem, das eine enorme Herausforderung für demokratische Prozesse und deren Institutionen gleichermaßen darstellt. Gleichzeitig kämpfen die alten journalistischen Gatekeeper im Digitalen gegen den Wandel einer schnelllebigen Öffentlichkeit an und stehen vor der Herausforderung neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Debatte um “Fake-News”, welche symptomatisch für diesen Wandel steht, war auch Thema der Veranstaltung „Digitaler Wahlkampf und desinformierte Öffentlichkeit", die am 20.09. bei ALEX Berlin stattfand.

 

Alexander Sängerlaub (Stiftung Neue Verantwortung) definierte zu Beginn Fake-News als Desinformationskampagnen. Diese seien abzugrenzen von Satire oder schlechter journalistischer Arbeit. In der Debatte um Falschnachrichten sei es wichtig, auch den Hintergrund zu beleuchten. Zentral dabei sei die Frage, warum unsere Öffentlichkeit heute ganz anders aussehe. Dies liege zum einen an einer großen Anzahl neuer Kanäle und einer Vielzahl an Quellen. Zudem erfolge weniger Gatekeeping durch Journalisten, obwohl dies eine wichtige Funktion in einer Demokratie sei. Zudem erzielen Falschnachrichten häufig in kurzer Zeit eine größere Reichweite als die jeweiligen Richtigstellungen. Das zeigten auch die Studienergebnisse aus dem laufenden Projekt „Measuring Fake News“, das Sängerlaub leitet.

Prof. Dr. Ulrike Klinger (Freie Universität Berlin) betonte in der anschließenden Diskussion, dass es für eine Gesellschaft sehr wichtig sei, über Differenzen hinweg miteinander zu kommunizieren. Die Öffentlichkeit sei deutlich anfälliger für Manipulationen geworden und gerade Plattformen wie Facebook würden viele Möglichkeiten für die Verbreitung von Desinformationen bieten. Fakten und Korrekturen würden häufig nicht dort ankommen, wo sie benötigt werden. Karolin Schwarz (faktenchecker, HOAXmap) gab einen Einblick in die Arbeit als Faktencheckerin: Häufig reiche eine einfache Bilder-Rückwärtssuche, um falsche Behauptungen zu entlarven. Manchmal sei aber die Widerlegung von Falschnachrichten mit tagelanger Recherche und zahlreichen Telefonaten mit offiziellen Stellen wie der Polizei verbunden. In solchen Fällen erreiche die Richtigstellung dann kaum noch genug Nutzerinnen und Nutzer. Auch Alexander Sängerlaub kritisierte, dass sich das Überprüfen von Fakten hinter die Veröffentlichung geschoben habe. Die Diskussion zeigte klar, wie wichtig die verstärkte Förderung von Medienkompetenz sowie eine umfassende Sensibilisierung für Falschnachrichten sind.

Die Veranstaltung wurde vom Media Policy Lab in Zusammenarbeit mit der Stiftung Neue Verantwortung organisiert.

Erschienen am: 25.09.2018

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