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Das Media Policy Lab auf großer Bühne

Mit großer Spannung wird vom 2. bis 4. Mai die nun bereits zum fünften Mal stattfindende MEDIA CONVENTION Berlin (MCB) erwartet. In diesem Jahr wird sich auch das Media Policy Lab erstmals auf der MCB vorstellen und mit seinen Themen insgesamt vier Sessions in der STATION Berlin gestalten.

Der Session-Mix aus dem Media Policy Lab


Nach einer kurzen Vorstellung der Arbeit des Labs wird Dipayan Ghosh am 2. Mai um 13:45 Uhr das Programm mit seiner Keynote „Failure by design? How the digital advertisement industry drives the info sphere“ eröffnen. Ghosh ist ein Experte für das digitale Ökosystem und kennt dessen Probleme von verschiedenen Seiten. Er war unter Obama Berater im Weißen Haus und als Policy Experte für Facebook tätig. Derzeit arbeitet er am Shorenstein Center an der Harvard Kennedy School, wo er sich mit digitalem Datenschutz, Künstlicher Intelligenz und Bürgerrechten beschäftigt. Wir sind gespannt auf seine Analyse der digitalen Plattformökonomie und wollen mit ihm diskutieren, wie eine Balance zwischen Markt und Gemeinwohl wiederherzustellen ist.

Nicht nur in der Politik, auch in der Wissenschaft und in der Gesellschaft machen sich immer lautere Stimmen breit, die eine Regulierung von Informationsintermediären wie Facebook und Google fordern. Hier stellt sich jedoch die Frage, welche Form der Regulierung am effizientesten wäre, um Transparenz, Medienvielfalt, Diskriminierungsfreiheit und Auffindbarkeit von Inhalten zu gewährleisten. In der Session „Smart Regulation. Medienvielfalt und digitale Öffentlichkeit erhalten!“ beleuchtet Heike Raab (Staatssekretärin und Bevollmächtigte beim Bund und in Europa für Medien und Digitales) in ihrer Keynote zunächst verschiedene Regulierungsansätze – von der Selbstregulierung der Plattformen bis zur gesetzlichen Regulierung durch den Staat. In einem anschließenden Panel diskutieren Heike Raab, Dr. Anja Zimmer (Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg), Sophie Burkhardt (ZDF-Beauftragte und Stellvertretende Geschäftsführerin des Content-Netzwerks funk von ARD und ZDF) und Sabine Frank (Leiterin Regulierung, Verbraucher- und Jugendschutz bei Google Germany) darüber, bei welchen Akteuren letztendlich die Verantwortung und Entscheidungsmacht über die Qualität und Relevanz der Inhalte liegen sollte. Moderiert wird die Session von Richard Gutjahr (Moderator und freier Reporter bei der ARD).


Eine weitere Session des Media Policy Labs befasst sich mit dem Thema „From bias to best practice – How to build the algorithms we want“. Algorithmische Entscheidungssysteme sind in unserer heutigen Welt nicht mehr wegzudenken: Sie bestimmen über unsere Kreditwürdigkeit, beurteilen unsere Eignung als Bewerber und entscheiden darüber, welche Informationen uns in sozialen Medien und Suchmaschinen angezeigt werden. Bedingt durch die Weltanschauungen und Vorurteile ihrer jeweiligen Entwickler bringen Algorithmen jedoch oft Verzerrungen mit sich. Noch dazu können algorithmische Entscheidungssysteme die Ausbreitung von Fake News begünstigen. Aniko Hannak vom Center for Network Science an der Central European University in Budapest, Alexander Sängerlaub von der Stiftung Neue Verantwortung und Dipayan Ghosh vom Shorenstein Center leiten diese Session mit kurzen Statements zu ihrer aktuellen Forschung ein und diskutieren gemeinsam, wie bereits in der Entwicklung von Technologien wichtige Prinzipien wie Privacy und Medienvielfalt mitgedacht werden können. Moderiert wird die Session von Theresa Züger, Projektleiterin des Media Policy Labs.


Am zweiten Tag der MCB – am 3. Mai – lädt das Lab zu einer spannenden Session mit dem Titel "Say it to my face! How to achieve transparency for political advertisement on Facebook?" ein. Im Vergleich zu politischer Werbung im Rundfunk ist diese auf Intermediären wie Facebook bislang völlig unreguliert und darüber hinaus intransparent. Liz Carolan, Gründerin der Transparent Referendum Initiative, konnte in Irland durch ihre Kampagne die politischen Ads auf Facebook zu einem Referendum um das irische Abtreibungsgesetz sichtbar machen. Ihre Analyse diskutiert sie mit Dr. Anja Zimmer (Direktorin der mabb), Semjon Rens (Public Policy Manager bei Facebook Germany) und Thomas Kralinski (Chef der Staatskanzlei Brandenburg).

Und das passierte im letzten Jahr: Rückblick auf die MCB 2017

Schon auf der MCB 2017 wurden die Themengebiete des Media Policy Labs in interessanten Vorträgen und Gesprächsrunden behandelt. Das Lab selbst steckte zwar noch in den Kinderschuhen, aber die geladenen Experten stellten nicht zu knapp wichtige Themen des Labs zur Diskussion.

Eines der Highlights bildete die Vorstellung des Forschungsprojektes „Facebook Algorithmic Factory“ durch den serbischen Wissenschaftler Vladan Joler. Sein Projekt hatte zum Ziel, die Prozesse der von Facebook eingesetzten Algorithmen zu visualisieren, um nachvollziehbar darzulegen, wie der Informationsintermediär die Menge an gesammelten Userdaten nutzt. Anknüpfend an Vladans Vortrag fand mit ihm, seinem Kollegen Djordje Krivokapic und der Forscherin Dr. Julia Powles von der University of Cambridge im Bereich Recht und Technik eine Diskussion statt, die die Macht der Informationsintermediäre sowie Ausbeutungsmechanismen von Algorithmen zum Gegenstand hatte:

 

„Vielfalt statt Filter. Digitale Plattformen im Fokus der Regulierung“. So lautete der Titel des Diskussionspanels, zu dem Jan Kottmann (Leiter des Bereichs Medienpolitik bei Google Deutschland), Dr. Anja Zimmer (Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg), Dr. Carsten Brosda (Hamburgs Kultursenator), Dr. Daniela Brönstrup (Leiterin der Unterabteilung Ordnungsrahmen, Digitalpolitik, Postpolitik, Internationales und Medien am BMWi) und Prof. Dr. Natali Helberger (Professorin für Informationsrecht an der Universität Amsterdam) geladen waren. Im Kontext von Algorithmen und ihren Einsatz auf medialen Plattformen zur Sortierung von Inhalten wurde u. a. darüber diskutiert, wie Regulierungsmaßnahmen und Verbraucherschutz greifen müssen, um Transparenz, Zugang zu Inhalten sowie Nutzerautonomie zu ermöglichen. Im Hinblick auf Künstliche Intelligenz und die so erzeugte Auswahl an Informationsinhalten wurde zudem die Frage aufgeworfen, wie Meinungsvielfalt und Auffindbarkeit sichergestellt werden können und welche Akteure – die Plattformen selbst oder die Gesetzgeber – dahingehend Entscheidungen treffen müssen:

 

Die MEDIA CONVENTION Berlin ist einer der wegweisenden Medienkongresse in Europa. Sie wird vom Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) und der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg veranstaltet und findet in diesem Jahr zum fünften Mal in Kooperation mit der re:publica in der STATION Berlin statt. Vom 2. bis 4. Mai 2018 geht es auf den #MCB18-Bühnen um aktuelle Fragen der Medien- und Netzpolitik, Markttrends und Entwicklungen der digitalen Mediengesellschaft. MCB und re:publica erwarten wieder rund 9.000 Besucher aus mehr als 70 Ländern.

Erschienen am: 25.04.2018

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